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  "Die Hütte"  
     
 

16.10.2011:
Musical mit dem Evangelischen Freundeskreis Hof



Vor dem Hintergrund des 26köpfigen Chores durchläuft „Mack“ (Attila Landgrafe) alle Facetten des Schmerzes über den Verlust seiner Tochter, bevor ihm in der persönlichen Begegnung mit Jesus die Augen geöffnet werden.

„Einen solchen Andrang erlebt man als Gemeindepfarrer eigentlich nur zu Weihnachten,“ kommentierte Pfarrer Heinz Geyer die Tatsache, dass am Samstagabend die Christuskirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Grund für diesen regelrechten Ansturm auf das Gotteshaus war das Interesse an der Beantwortung elementarer Lebens- und Glaubenfragen, die im Rahmen der Aufführung des Musicals „Die Hütte“ durch den Evangelischen Freundeskreis Hof anscheinend gegeben wurde.

Warum lässt ein barmherziger Gott so viel menschliches Leid zu? Hat das Leiden einen Sinn? Gibt es einen Ausweg aus diesem Leid? Diese Fragen sind mindestens genauso alt wie der christliche Glaube selbst. Die scheinbaren Schwierigkeiten bei der Suche nach einer eindeutigen Antwort auf diese Frage mögen ein Grund dafür sein, warum sich immer mehr Menschen vom christlichen Glauben entfernen. Das Interesse an einer Antwort auf diese Fragen jedoch bleibt. Das wurde nicht zuletzt durch den Besucherandrang am Samstagabend belegt. Doch auch die überaus positive Resonanz auf die Aufführung des gleichnamigen Bestsellers von William P. Young in der Christuskirche zeigte, dass der 26köpfige Chor unter der Leitung von Heidrun Seiferth und mit eindrucksvoller Bandbegleitung den Nerv der Zeit in der Tat getroffen hat. „Das Anliegen unserer musikalischen Umsetzung von Youngs Erzählung ist es, Menschen mit der Botschaft des Evangeliums zu erreichen, die der Kirche eher distanziert gegenüberstehen“, erklärt Gesamtleiterin Seiferth, die auch für die Zusammensetzung der musikalischen Arrangements verantwortlich ist. Bereits im vergangenen Jahr begeisterten Chor und Band damit die Massen. Und auch in Burgkunstadt hinterlassen die Musiker und Sänger zunächst einmal einen bleibenden Eindruck.

Das Geheimnis dieses Erfolgs ist zum einen auf die beeindruckende und zugleich schockierende Lebensgeschichte des Protagonisten Mackenzie, kurz „Mack“, zurückzuführen. Viel mag aber eben auch an der musikalischen und visuellen „Verpackung“ liegen, mit der der Evangelische Freundeskreis Hof am Samstag die Christuskirche ausfüllte . Vor dem Kreuz der Christuskirche steht eine an ein Kino erinnernde Leinwand. Zahlreiche bunte Scheinwerferlichter projizieren Farbspiele an die Wände des Gotteshauses, die die Gefühle der Hauptfigur widerspiegeln. Die Hütte und somit der symbolische Ort der Begegnung mit Gott wird genauso an die Leinwand geworfen, wie Filmsequenzen, die Jesus im Hollywood-Format auf dessen Lebensstationen begleiten. Davor positioniert sich der Chor, komplett in Weiß gekleidet. Zwei Stunden lang bieten sie den passenden Soundtrack zur Sinnsuche Mackenzies. Dabei ist die musikalische Interpretation eng mit dem Anliegen des Chores und seiner Leiterin verbunden: Um die Masse der Zweifelnden und Verzweifelten anzusprechen, bedarf es vor allem eingängiger Melodien im Gewand der Pop-Musik. Dementsprechend erklingt gleich zu Beginn die Popballade „Tears in Heaven“, mit der schon Eric Clapton versucht hatte, den tödlichen Unfall seines vierjährigen Sohnes zu verarbeiten. Genauso ergeht es „Mack“, dessen jüngste Tochter während eines Campingurlaubs verschwunden ist. Ihre letzten Spuren hatte man in einer alten Hütte im Wald gefunden. Inmitten einer tiefen Depression erhält „Mack“ drei Jahre später eine rätselhafte Einladung in diese Hütte. Absender dieser Nachricht ist Gott selbst. Auch deshalb begibt sich Mack trotz aller Zweifel zurück in das Zentrum seines Schmerzes – um dort eine grundlegende Veränderung seines Lebens zu erfahren. Doch die hier zunächst noch vorherrschende Melancholie eines Eric Clapton ist nur die eine Facette des Schmerzes. In dem von Mack (Attila Landgrafe) vorgetragenen Rap „Wo ist denn dein Gott?“ entlädt sich eben auch die Wut des Familienvaters vor dem Hintergrund des von Gott zugelassenen Leids. Der Chor liefert bereits hier in ungemein getragenen Verszeilen einen ersten Lösungsansatz: „Sei nur getrost, halt noch ein bisschen aus. Sei still mein Herz.“

In dieser Stille kommuniziert Mackenzie zunächst mit Gott, erhält dessen Zuspruch („Ich kenne deinen Schmerz“) und trifft anschließend persönlich auf Jesus (Andre Adams). Dieser liefert im Gespräch die von Mack so verzweifelt gesuchten Antworten auf seine Fragen: Das Leid in der Welt wird nicht von Gott, sondern von den Menschen verursacht. Da echte Liebe Freiheit lassen muss, respektiert Gott den freien Willen des Menschen, auch wenn er sich von Gott trennt und eine Spur des Leids hinter sich herzieht. Dieses Leid kann überwunden werden, indem man sich Jesus anvertraut, und letztendlich wird der versöhnte Mensch erfahren, dass ihm selbst die leidvollsten Vorkommnisse seines Lebens zum Besten dienen müssen. Das erkennt auch Mack und kann demnach den Schmerz über den Verlust seiner Tochter getrost hinter sich lassen. Damit ist die Antwort, die der Freundeskreis Hof mit seinem Musical bietet, mindestens genauso alt, wie die Frage und der christliche Glaube selbst: Gott, der die Liebe ist, lässt dich nicht fallen und wird aus allem Schmerz Gutes entstehen lassen. Das steht bereits so in der Bibel. Der Bestseller „Die Hütte“ jedoch bricht die gemein als Theodizee-Frage verstandene Problematik auf ein exemplarisch wirkendes und somit verständlicheres Einzelschicksal herunter. Und der Freundeskreis Hof liefert hierfür den Rahmen einer perfekten Inszenierung. Dies liegt auch an der hohen Qualität des auffallend jungen Chores, der neben aller Solo-Einlagen vor allem durch eine Klangwärme den Besucher erreicht, wie man sie – auch aufgrund der professionellen Soundtechnik - selten zuvor in der Christuskirche gehört hat. „Getoppt“ wird dies nur noch durch die Bandbegleitung. Georg Wamser (Keyboard), Maria Hildebrandt (Gitarre, Trompete), Marc Steeb (Gitarre, Keyboard, Klarinette, Saxophon) und Johannes Hofmann (E-Bass, Keyboard, Gitarre) verleihen den christlichen Pop-Songs von Danny Plett, Chris Tomlin und Albert Frey das perfekte und absolut professionell wirkende Grundgerüst. Zusammen mit dem Chor reißen die Musiker spätestens bei der Pop-Version von Händels „Halleluja“ die Besucher sprichwörtlich aus den Kirchenbänken.

Nicht zuletzt an dieser Reaktion kann man erkennen, dass die Botschaft und das dahinter steckende Konzept des Evangelischen Freundeskreises Hof Spuren hinterlassen haben. Ob diese Spuren dauerhaft Wegweiser für das eigene Leben bleiben? Diese Frage musste auch am Samstagabend jeder einzelne Besucher für sich selbst beantworten.



 

 

 

 

 

 

 

Leiterin und Gestalterin des Musicals „ Die Hütte“ vom Evangelischen Freundeskreis Hof ist Heidrun Seiferth, die zwischen den Gesängen und Instrumentalpassagen immer wieder Ausschnitte aus der Romanvorlage von William P. Young vortrug.


 
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