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  Passionskonzert  
     
 





03.04.2011:
TonArt Vokalensemble aus Kulmbach



„Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen“ schallte es am vergangenen Sonntag durch die Christuskirche, und in der Tat hatten die Konzertbesucher nicht nur bei der Verszeile aus dem bekannten Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach den Eindruck, dass vor ihnen ein Chor mit wahren Engelsstimmen stand. Verantwortlich dafür war das Kulmbacher „TonART“-Vokalensemble, das im Rahmen eines Passionskonzertes mit viel Einfühlungsvermögen und zugleich großer Strahlkraft einen musikalisch sowohl anspruchsvollen wie auch gesanglich überaus überzeugenden Auftritt in dem Burgkunstadter Gotteshaus hatte. Dabei spannte der Chor unter der Leitung von Ingo Hahn einen spannungsreichen Bogen der Passion Christi, der vom Abendmahl über den Tod am Kreuz bis hin zur frohen Botschaft seiner Auferstehung reichte. Das Konzert setzte mit dem Passionskonzert einen bewussten Kontrapunkt zu dem an diesem Tag bunten Treiben im Stadtgebiet, das von den Angeboten des verkaufoffenen Sonntags geprägt war. Und auch wenn trotz des frühsommerlichen Wetters verhältnismäßig viele Konzertbesucher der Einladung zu der rund einstündigen Passionsmusik gefolgt waren, musste man im Hinblick auf die hohe Qualität des Ensembles am Ende resümieren, dass es gerne auch ein paar mehr hätten sein können.

Vor allem die Zusammenstellung des Programms spiegelte den hohen künstlerischen Anspruch des Kulmbacher Ensembles wider. Bewusst setzte der Chor mit dem „Kyrie“ und „Agnus Dei“ von Josef Gabriel Rheinberger einen geradezu meditativen Auftakt. Bemerkenswert war hier, wie auch beim restlichen Programm, die „Raumgestaltung“ des Ensembles. Denn gerade die ruhigen Gesänge stimmte der Chor vor dem Altar und somit fast inmitten der gespannten Zuhörer an, während die später folgenden klangvolleren Choräle auf der Empore und in der hallenden Akustik des Chorraumes angestimmt wurden. Dadurch erreichten alle Gesänge auch in ihrer interpretatorischen Darbietung zusätzliche Tiefe. Der erste Teil des Konzertes war aber weiterhin durch ruhige Klänge gekennzeichnet, die wie bei der Motette „Christe, du Lamm Gottes“ für vier gemischte Stimmen von Johann Georg Herzog das Abendmahl zum inhaltlichen Schwerpunkt hatten. Die stimmlichen Qualitäten aller Sängerinnen und Sänger ermöglichten es, jedem Vokalmusikstück eine eigene Dynamik und somit Aussagekraft zu verleihen. Helmut Münzer und Christof Pöhlmann sorgten für den ungemein warmen Bassklang, über dem der strahlende Tenor von Heiner Beyer und Karin Reinhold sowie die klaren Alt- (Conny Gehringer, Christine Punke) beziehungsweise Sopranstimmen (Maren Hansen, Elke Höhn, Dagmar Besand und Irmgard Seemann) lagen. Charakteristisch ist es aber für das „TonART“-Vokalensemble, dass sich keine der Tonlagen in den Vordergrund singt, sondern das Kollektiv für das wahrlich erhebende Klangbild verantwortlich ist. Dies galt für die souverän dargebotene Choralmotette „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ von Kaspar Othmayr und die sich anschließenden „Perlen“ der Passionsmusik von Johann Sebastian Bach – darunter der Orgelchoral zu „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ und der Choralsatz zu „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, dem schließlich „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ aus der „Johannes-Passion“ folgte. Dazwischen stellte Ingo Hahn noch sein großes Können an der Orgel unter Beweis, als er eben auch die bekannten Melodieläufe der Orgelchoral-Bearbeitung Bachs zu „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ auf der Königin der Kircheninstrumente interpretierte.

Im Anschluss konzentrierte sich der Chor wieder auf die A-cappella-Literatur - also auf die unbegleitete Vokalmusik – und dies im Chorraum der Christuskirche, dem das zehnköpfige Ensemble zum hellen Widerklang verhalf. Im Mittelpunkt dieses Programmteils standen die drei Vater-Unser-Vertonungen von Homilius, Strawinsky und Duruflé, die einmal mehr die Bandbreite des gesanglichen Könnens von TonART aufzeigten, indem es der Chor vortrefflich vermochte, die Feinheiten der jeweiligen Komposition bewusst und gekonnt umzusetzen. Das Ende des Programms läuteten die zum Quartett beziehungsweise vierstimmig gemischten Chorarrangement umgearbeiteten Choräle „Hebe deine Augen auf“ aus dem Oratorium „Elias“ und „Sei stille dem Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy ein. Die in dem Choral angestimmte Verszeile „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“ wurde dann auch theologisch konsequent fortgesetzt, als mit „Lobe den Herrn meine Seele“ in einer Bearbeitung von Liebhold der gewaltige Schlusschoral des Konzerterlebnisses angesetzt wurde, der eben auch in der Auferstehung Christi über die Passionszeit hinaus blicken ließ. Das Publikum zeigte mit dem sich anschließenden und lang anhaltenden Applaus, dass es sowohl für die Zusammenstellung des Programms als auch für die beeindruckenden gesanglichen Qualitäten des Vokalensembles ein offenes Ohr hatte, und vermochte es somit, den Sängerinnen und Sängern aus Kulmbach eine gern entgegengenommene Zugabe zu entlocken.

Pfarrer Heinz Geyer sprach den Zuhörern am Ende geradezu aus der Seele, als er Ingo Hahn und dessen Ensemble für die Darbietungen und das damit verbundene Eintauchen in die Passionszeit eindrücklich dankte, indem er den Chor folgerichtig als eine „kirchenmusikalische Perle“ bezeichnete, über deren Wiederkehr man sich sicherlich nicht nur in Burgkunstadt freuen würde.





Der Kulmbacher Kantor Ingo Hahn an der Orgel




 
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