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  Passionskonzert  
     
 
21.03.2010:
in der Christuskirche



Von links: Tanja Schaller (Querflöte und Sopran), Susi Schliefer (Querflöte), Heidi Lang (Alt), Alexander Schsuter (Tenor), Michael Müller-von Münchow (Bass), Thomas Meyer (Orgel), Andrea Riemer (Cello) und Sabine Hempfling (Violine)

Auf den Tag genau 325 Jahre nach der Geburt des großen barocken Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach ertönten in der Christuskirche Kostproben seiner größten Kompositionen, die sich allesamt auf die Passion Christi bezogen. Doch nicht nur die Programmzusammenstellung sondern vor allem die musikalische Umsetzung durch Solostimmen, Instrumentalsolisten und den Organisten machten das Passionskonzert zu einem ebenso eindrucksvollen wie nachdenklich stimmenden Hörerlebnis. „Herr Jesu hilf – Gott allein zu Ehre!“ Unter dieses Motto stellte Johann Sebastian Bach all seine Kompositionen und schrieb es an den Beginn beziehungsweise an das Ende seiner Stücke. Am vergangenen Sonntag sollte dieses Motto auch für das Passionskonzert in der Christuskirche gelten, da die ausführenden Sängerinnen und Sänger und Musiker dank großer Ausdruckskraft und immenser Spielfreude das Leben und Leiden Christi musikalisch nachdrücklich nachzeichneten. Dafür hatten die Ausführenden ein passendes Programm zusammengestellt, dessen Pfeiler auf der Matthäus-Passion, der h-moll Messe und diversen Kantaten Bachs gründeten. Pfarrer Heinz Geyer bedankte sich zu Beginn des Konzertes bei Michael Müller-von Münchow, der sich hauptverantwortlich für die Organisation und Umsetzung des Passionskonzertes zeigte. Von Münchow übernahm dabei selbst den Part der Bassstimme. Die Tenorstimme gestaltete der aus Altenkunstadt stammende Alexander Schuster und die Altstimme wurde durch den Gesang von Heidi Lang für alle Konzertbesucher zu einem wahren Hörgenuss. Gerade ihre stimmliche Leistung tröstete schließlich auch darüber hinweg, dass mit Nina Dörfler die eigentlich vorgesehene Sopranstimme aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen musste, was wiederum aufgrund der dadurch erforderlichen Programmänderungen von den restlichen Sängern sowie von den Instrumentalisten neben viel Spontaneität eben auch musikalische Klasse erforderte. Besonders hervorzuheben war dabei, dass mit Tanja Schaller die „etatmäßige“ Querflötenspielerin der Instrumentalbegleitung die Sopranstimme bei einem Auszug aus der h-moll-Messe übernahm. Daneben bewies sie genauso wie Susi Schliefer an der Querflöte, Sabine Hempfling an der Violine und Andrea Riemer am Cello neben technischer Brillanz vor allem großes Stehvermögen, da die minimalistische Besetzung von vier Instrumenten den Part eines gesamten Kammerorchesters auszufüllen hatte. Unterstützt wurden sie dabei freilich von Thomas Meyer an der Orgel, der es geschickt verstand, sich und sein gewaltiges Instrument im musikalischen Hintergrund zu halten, ohne jedoch den Anspruch einer tragenden Kraft des gesamten Konzertes zu verlieren. „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ – die Sinfonia aus der Kantate Nr. 12 setzte nicht nur den instrumentalen Auftakt des Konzertes, sondern führte mit dem Titel der Kantate und der getragenen musikalischen Umsetzung trotz anfänglicher Intonationsprobleme sozusagen leitmotivisch in die Themen- und Gefühlswelt ein, die den gesamten Konzertabend begleiten sollten. Höhepunkte waren aus gesangstechnischer Sicht natürlich die Rezitative und Arien aus der Matthäus-Passion. Sowohl die feste Bassstimme von Michael Müller-von Münchow als auch der klare Tenor von Alexander Schuster erfreuten durch die sichere Intonation und große Verständlichkeit im Ausdruck, die nur von der Altstimme Heidi Langs noch „getoppt“ wurde. Ihre Arie „Erbarme dich“ aus der Matthäus-Passion zählte aufgrund der dargebotenen Sicherheit in allen Höhen und Tiefen ebenso zu den Höhepunkten des Konzertabends wie das später folgende „Agnus Dei“ aus der h-moll Messe. Gleiches galt für das „Crucifixus“ aus derselben Messe, bei der alle vier Stimmlagen erklangen und der fugenartigen Aufbau im harmonischen Schlussakkord einen angemessenen Ausklang fand. Die Besonderheit des Abends wurde aber auch die rein instrumentalen Beiträge ermöglicht. Herausragend war dabei die Suite h-moll, die mit ihren Tänzen wie Bouree oder der atemberaubenden Badinerie gekonnt Kontrapunkte zu den eher getragenen Arien und Rezitativen setzte und somit neben der Vielschichtigkeit Johann Sebastian Bachs eben auch die österliche Vorfreude andeutete. Sowohl die beiden Querflöten als auch die beiden Streichinstrumente konnten wie auch Thomas Meyer an der Orgel hier ihre hohe Musikalität besonders zur Geltung bringen.

Getragen und bereichert wurden die Texte der Arien und Rezitative durch weitere Lesungen, darunter literarische Verarbeitungen von Dietrich Bonhoeffer und Klaus Bannach, die geschickt ausgewählt die musikalisch vermittelten Inhalte wie Schmerz, Schuld aber auch Vergebung im Zeichen der Passion Christi eindrucksvoll unterstrichen. Demnach verlief der gesamte Konzertabend ungemein kurzweilig und als am Ende der Applaus der zahlreichen Konzertbesucher zunächst etwas verhalten ausfiel, lag dies allein an der der Passionszeit angemessenen Stimmung, die Sänger und Musiker durch ihre Beiträge in der Christuskirche verbreitet hatten. Dass der Applaus ungemein lange anhielt, war dann aber auch letzter Beweis für die Ausführenden selbst, dass sie mit dem Passionskonzert nicht nur inhaltlich sondern vor allem musikalisch Spuren hinterlassen hatten.


 

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